WasJetztOdenwald
 
Bummeln digital
Corona kam, auch die regionale Wirtschaft geriet ins Taumeln, und viele Odenwälder Unternehmen fragten sich bang: „Und was jetzt?“ Zwei junge Webdesigner haben schon kurz nach dem Lockdown im März eine Unternehmensplattform für den Odenwald eingerichtet. Aus zunächst 10 teilnehmenden Betrieben sind inzwischen bald 300 geworden, und die Online-Plattform wächst und wächst.

 

„Zuerst haben wir uns mal in unser stilles Kämmerlein zurückgezogen und ein bisschen nachgedacht“, erinnert sich Theresa Bartmann. „Aber eigentlich nur eine Stunde lang, und dann sind wir durchgestartet“, fügt die junge Frau lachend hinzu. Nur eine Stunde? Für ein so großes Projekt? „Wir hatten so viele tolle Leute an der Hand, die uns unterstützt und tatkräftig geholfen haben, da ging das irgendwann von ganz alleine!“, sagt Bartmann.
Das Kind, das Bartmann und ihr Kollege Sebastian Theobald mit ihren vielen Freunden und Helfern in die Welt gesetzt haben, heißt wasjetzt-odenwald.de, und nach nur ein paar Monaten ist es jetzt schon ziemlich groß geworden. Geboren im März, als alle Welt auch im Odenwald in die Corona-Zwangspause geschickt wurde.
Vielen Unternehmen, kleinen wie großen, brachen von jetzt auf gleich die Umsätze ein, nichts ging mehr, niemand ging mehr bummeln oder shoppen, niemand kaufte, niemand bestellte irgendwas. Einzelhandelsverbände, Industrie- und Handelskammer, die Kommunen forderten die Bürger dazu auf, den regionalen Einzelhandel zu unterstützen in diesen schweren Zeiten. „Aber wie?“, fragten sich auch Bartmann und Theobald. Und: „Wen gibt’s da überhaupt? Wer braucht jetzt dringend Unterstützung?“

Also zogen sie sich für ein kurzes Stündchen in ihr stilles Kämmerlein zurück und dachten nach. Das stille Kämmerlein ist die Heckenmühle in Wald-Michelbach, hier haben Theresa Bartmann und Sebastian Theobald eine Agentur für Grafik- und Webdesign. Natürlich hätten die beiden jedem einzelnen Unternehmen in der Region anbieten können, eine schicke Website zu gestalten, mit Online-Shop, damit das Geschäft irgendwie weitergehen kann. „Aber das wollten wir nicht, das hätte viel Geld gebracht, aber wenig Sinn gemacht“, sagt Bartmann. Und dann war schnell klar: „Was wir brauchen, ist eine digitale Plattform für alle Odenwälder Unternehmen!“ Eine Plattform, auf der auch der Besucher auf einen Blick sieht, was es alles gibt im Odenwald, und wo er was bekommt.
So also entstand die Website wasjetzt-odenwald. Fehlten nur noch die Unternehmen, die sich hier präsentieren wollten. Und so kamen Freunde und Bekannte von Theresa und Sebastian ins Spiel. Alles junge Odenwälder aus Leidenschaft, und jeder Einzelne wieder mit großem Freundes- und Bekanntenkreis in der Region. Schnell machte das Angebot die Runde, „und so sind wir mit zehn Unternehmen auf der Internet-Seite gestartet“, erinnert sich Bartmann.

Inzwischen stellen sich auf wasjetzt-odenwald fast 300 Unternehmen vor, geordnet nach Branchen und Angeboten. Auch einen Online-Shop bieten einige davon inzwischen an. „Da entsteht ein virtueller Marktplatz“, sagen Theresa und Sebastian. Die Besucher können per Internet ganz gezielt nach Produkten oder Waren in der Region suchen, oder auch einfach mal bummeln gehen und schauen, was es alles gibt. Die Anbieter aus dem Odenwald lernen sich plötzlich gegenseitig besser kennen, vernetzen sich. „Das ist ein bisschen wie früher auf dem Marktplatz im Ort“, sagt Theresa, „man sieht sich, lernt sich (neu) kennen, kommt ins Gespräch oder auch ins Geschäft, das ist für uns ein toller Erfolg!“

Da gibt es Unternehmen und Anbieter, die quasi Tür an Tür sitzen und doch von der Existenz des anderen nichts wussten und nun plötzlich zusammenarbeiten können. Da gibt es Kunden, die seit Jahren ein bestimmtes Produkt suchen und jetzt plötzlich merken, dass es quasi vor der Odenwälder Haustür angeboten oder sogar produziert wird.

Die Unternehmensplattform wächst und wächst, auf der digitalen Landkarte markieren rote Pins den Standort der jeweiligen Firma, des jeweiligen Angebots, fast 300 rote Punkte drängeln sich da also schon. „Der Bereich, den wir mit unserer Seite abdecken, wird immer größer“, sagt Bartmann, und gerne würden die beiden auch noch mehr Unternehmen aus dem badischen und dem bayerischen Teil des Odenwaldes mit aufnehmen. „Ländergrenzen gibt es bei uns nicht!“.

Nur „Odenwald“ muss es eben sein. Eine Region, die so viel Potenzial habe, sagen die zwei Webdesigner. Eine Region, in der es viele innovative, junge Unternehmer und Unternehmerinnen gibt, die etwas Neues machen wollen, frische Ideen und frischen Wind in den Odenwald bringen. Menschen, die Tradition und Moderne verbinden möchten, und das auf dem Land, ganz bewusst.

Eine Region, in der sich auch die Macher von wasjetzt-odenwald wohlfühlen. „Ich würde nicht in einer Stadt leben wollen“, sagt Theresa Bartmann. „Die schöne Natur hier, die Stille – ich wollte darauf nicht verzichten.“ Die Wald-Michelbacher Heckenmühle ist dabei so etwas wie der Dreh- und Angelpunkt, hier treffen sich Bartmann und Theobald mit Freunden, hier wird gefeiert, hier werden Konzerte und Partys veranstaltet. „Hier sind wir zu Hause“, sagt Bartmann, „und wenn wir von hier aus unseren Odenwald weiter nach vorne bringen können, umso besser!“

 

 

WasJetztOdenwald

Heckenmühle 2
69483 Wald-Michelbach


T.: 0 6207 9241301

E-Mail: mail@wasjetzt-odenwald.de

Website: www.wasjetzt-odenwald.de

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