Walburgiskapelle Fürth-Weschnitz im Odenwald

Ringsumher ist Stille. Wobei: So richtig still ist es im Wald ja nie. Wind rauscht in den Blättern der Bäume, Vögel trällern ihre Lieder. Am Boden, im Laub und zwischen heruntergefallenen Zweigen raschelt, zirpt und murmelt es. Die Walburgiskapelle bei Fürth im Odenwald ist ein Kleinod inmitten lebendiger Natur – und für Wanderfreunde und Spaziergänger wie historisch und kulturell Interessierte eine gleichermaßen sehens- und erlebenswerte Anlaufstelle.

Der erste belegte Bau stammt aus dem Jahr 1671. Deutlich wahrscheinlicher ist aber eine noch ältere Version. Im 11. Jahrhundert erreichte der Kult um die Heilige Walburga seinen Höhepunkt. Vor allem dort, wo der katholische Benediktinerorden wirkte, wurden der in England geborenen und im fränkischen Heidenheim gestorbenen Ordensschwester Bauwerke gewidmet. Da Walburga zwischenzeitlich in Tauberbischofsheim lebte, ist der Odenwald natürliches Kerngebiet des Kultes um jene Frau, die der Walburgiskapelle bei Fürth ihren Namen lieh und bis heute wegen ihrer wundersamen Krankenheilungen verehrt wird. Zudem gilt sie als Schutzpatronin des die Kapelle umgebenden Weschnitztals.
Neben dem Bauwerk selbst, dessen Altarraum, Eingangsfassade mit Heiligennische und Dachreiter mit Glöckchen besonders hervorstechen, sind es Umgebung und Ausblick, welche die Kapelle bei ihren Besuchern so beliebt machen. Von hier aus zeigt sich der Odenwald in seiner ganzen Pracht, reicht der Blick bis zum beschaulichen Lindenfels.
Eingebettet ist die Kapelle nicht nur in den sie umgebenden Wald. Sie ist Zielort von Wallfahrten und eine willkommene Zwischenstation für Wanderer auf dem Nibelungensteig. Der mitten durch den Odenwald führende Fernwanderweg bezieht seine Beliebtheit aus der Natur selbst, aber auch aus den am Wegesrand gelegenen Sehenswürdigkeiten, zu denen der Ohlyturm auf dem Felsberg, das Felsenmeer im Lautertal und natürlich die Walburgiskapelle bei Fürth gehören.


Text: Rüdiger Ofenloch
 

WALBURGISKAPELLE – Trauungen und Sonntagsgottesdienste
Hinter der Walburgiskapelle ist ein Platz mit einem steinernen Altar für Gottesdienste im Freien angelegt. Dieser wird in den Sommermonaten auch gerne für Trauungen genutzt um sich das „Ja-Wort“ zu geben und gegenseitig das Sakrament der Ehe spenden. Die Kapelle steht Paaren zur Verfügung, die aus dem Gebiet der Pfarrgruppe kommen und evangelisch heiraten möchten. Näheres dazu erfährt man über das Pfarramt Fürth.
Sonntagsgottesdienste und die heilige Messe finden in der Walburgiskapelle, in den Monaten Mai bis Oktober, jeweils am 1. Sonntag im Monat um 18.30 Uhr statt.. Ein Pendelverkehr ist ab Parkplatz Wegscheide und ab 18.00 Uhr eingerichtet.
WALBURGISKAPELLE – 1. Mai
Zur heiligen Walburga, der Schutzpatronin des Weschnitztales, pilgern jährlich am 01. Mai viele Christen vom gesamten Weschnitztal und der Bergstraße zum gemeinsamen feierlichen Gottesdienst um 10:00 Uhr zur Walburgiskapelle.
WALBURGISKAPELLE – WANDERUNGEN
Wandermöglichkeiten sowohl Langstrecken als auch kürzerer Wanderwege zur, über und um die Walburgiskapelle herum:
Erlebniswanderweg Fürth-Grasellenbach (Rundwanderung)
Wanderstrecke: rund 16 km
Wanderzeit: rund 5 Stunden