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SKULPTURENWEG  BEI BÜRGSTADT
 
Ein Epos, in Stein gemeißelt
Kunst, Geschichte und Fiktion sind auf dem Nibelungensteig bei Bürgstadt untrennbar miteinander verbunden. Neuerdings kann der Besucher des Fernwanderwegs dort nicht nur den Spuren der Geschichte folgen, sondern zugleich zahlreiche Sandsteinfiguren bewundern, die direkt den Sagen um den Drachentöter Siegfried entsprungen zu sein scheinen.

 

Wer sich auf den Bergen oberhalb von Bürgstadt auf Wanderschaft begibt, der trifft auf Spuren der Vergangenheit. Wanderführer Josef Eck zeigt Interessierten die Überreste des Ringwalls, den die Kelten einst dort errichteten. »Bereits vor 5000 Jahren haben Menschen hier gesiedelt«, erklärt er. Die Ruine der Centgrafenkapelle stammt aus dem 17. Jahrhundert. Zwischen mächtigen Buchen und Eichen gelegen, erinnert sie den Betrachter an Kaspar David Friedrichs Gemälde Abtei im Eichwald.
Am Wegesrand liegen Mühlsteine, ein Sarkophag-Rohling und die sogenannten HeuneSäulen. »Das sind Relikte des mittelalterlichen Buntsandsteinabbaus«, erzählt Eck. Die Sagen, Geschichten und Sehenswürdigkeiten der Region kennt der Vorsitzende des Odenwaldklub Miltenberg genau.
Der historische Wanderweg ist Teil des Nibelungensteigs, der auf einer Länge von 130 Kilometern von Zwingenberg an der Bergstraße quer durch den Odenwald bis nach Freudenberg am Main verläuft.
Seit Mai 2020 verstärken neun markante Skulpturen aus Buntsandstein die Erinnerung an das mittelalterliche Epos. Neben den wichtigsten Figuren bilden sie auch Schauplätze, Gegenstände und Ereignisse, etwa den Kampf zwischen Siegfried und dem Drachen Fáfnir, nach. Infotafeln versorgen den Wanderer mit Erklärungen zu den Darstellungen. Mit Bart und Hammer in der Hand wurde der Zwerg Alberich gestaltet, in einer mit einem Speer bewaffneten Frau ist eindeutig die kriegerische Königin Brünhild zu erkennen und wer den Nibelungenschatz sucht, der wird hier zumindest eine steinerne Version davon finden.