PARKHOTEL 1970 – Die Vergangenheit hat Zukunft


Im südhessischen Michelstadt-Vielbrunn bietet das Parkhotel 1970 die ganze Echtheit der bunten siebziger Jahre. Technisch auf dem neuesten Stand, aber in Design und Flair unangetastet, lädt es ein zum Trip in eine Kult-Ära.

Jedes Jahrzehnt hat seine ganz eigenen Reize. Während die 1970er politisch und wirtschaftlich als Krisen-Dekade in die Geschichte eingegangen sind, gelten sie kulturell als aufregend und nachhaltig prägend. Das Parkhotel 1970 in Michelstadt-Vielbrunn hat sich den unkopierbaren Charme der Siebziger bewahrt — nicht etwa abgekupfert retro, sondern ganz und gar authentisch-original.

In den Siebzigern gibt es praktisch alles, vor allem das Unerwartete und Unübliche. Die Hippie-Welle, die seit dem 1967er „Summer of Love“ in San Francisco und dem 1969er Woodstock-Festival aus den USA auch nach Deutschland herübergeschwappt ist, hat sich zu einem Lebensgefühl entwickelt, das in sämtliche Ecken vorrückt. Glitzer-Garderobe und Make-up definieren in der populären Musik den Glam-Rock auf Plateau-Sohlen, während die Kinematographie Grenzen auslotet und zum Teil verschiebt.

In den heimischen Stuben beleuchten wabernde Lavalampen flauschige Flokatiteppiche unter verchromten Stahlrohrsesseln. Kunst, Kommerz und Kitsch liegen in den Siebzigern so nah beieinander, dass die Unterschiede bisweilen kaum ins Gewicht fallen.
Die Seventies haben sich als eine Art Wiedergänger-Dekade entpuppt, die nicht nur in der Pop-Kultur ständig neu aufersteht. Das Odenwälder Ehepaar Deitrich scheint das einst vorauszuahnen. Ottilie und Hans Deitrich haben 1963 geheiratet und später im südhessischen Michelstadt-Vielbrunn einen gemeinsamen Traum wahr werden lassen: das Parkhotel Odenwald.
Die gelernte Schneiderin schlägt dafür ein Stellenangebot in der Modestadt Paris aus. Ihr Mann ist nur auf Wunsch seines Vaters Metzger geworden, hätte sich aber lieber als Innenarchitekt kreativ betätigt. Nun erweitern sie die seit dem 19. Jahrhundert bestehende familieneigene Metzgerei mit dem ab 1867 angeschlossenem Landgasthaus zu einem zeitgemäßen Hotel mit Hallenbad und erfreuen sich regen Zulaufs.
Viele Reisen liefern Ideen für das Parkhotel 1970
»Durch viel Engagement und harte Arbeit sind wir kontinuierlich gewachsen — von einer kleinen Gaststätte zu einem Kurhotel mit stetig mehr Zimmern und Möglichkeiten für unsere Gäste«, erzählt die 1932 in Weiten-Gesäß geborene und aufgewachsene Ottilie Deitrich. Irgendwann ist der Herbergsbetrieb angelangt bei hundert Betten. Dazu gehört auch ein Bungalow mit zehn Zimmern.

»Mein Mann war ein sehr fortschrittlicher Denker und Visionär, der in allem eine Inspiration sehen konnte — vor allem im Hochmodernen«, erinnert sie sich. Die Reisen, die das Ehepaar in den Sechzigern und Siebzigern unternimmt, liefern Ideen und Vorlagen fürs Hotel. »Das Vorbild für unsere Rezeption zum Beispiel kommt aus Teneriffa.«
»Mein Mann war ein sehr fortschrittlicher Denker und Visionär, der in allem eine Inspiration sehen konnte — vor allem im Hochmodernen«, erinnert sie sich. Die Reisen, die das Ehepaar in den Sechzigern und Siebzigern unternimmt, liefern Ideen und Vorlagen fürs Hotel. »Das Vorbild für unsere Rezeption zum Beispiel kommt aus Teneriffa.«
Mode-affin, wie Ottilie Deitrich schon von Berufs wegen stets war, hat ihr die freiheitliche Einstellung der Siebziger zugesagt. »Die ausgefallenen Farben, Formen und Kombinationen haben mir viel Freude bereitet. Ich habe gerne jeden Trend mitgemacht — vom Afrolook über Plateau-Schuhe bis hin zu kurzen Röckchen.«
Auch Promis wie die Schauspielerin Elke Sommer oder der in den Siebzigern mit seinem „Happy Sound“ ungemein erfolgreiche Bandleader, Arrangeur und Produzent James Last logieren damals in Vielbrunn, und heute noch kann die nach dem 2015 verstorbenen Orchester-Chef benannte James-Last-Suite bezogen werden.
»Wir waren überregional bekannt, und etwas Besseres gab’s zu der Zeit in dieser Gegend nicht«, so Ottilie Deitrich. »Wenn die prominenten Gäste in der näheren Umgebung waren, zum Beispiel zu Filmaufnahmen oder Konzerten, nutzten sie gerne unser Hotel als Rückzugsort vor dem nächsten Auftritt in Frankfurt oder Stuttgart.«
Zwanzig Jahre im Dornröschenschlaf
Doch nachdem Hans Deitrich 1988 den hotel-assoziierten Golfclub Geierstal gegründet hat, ist der Herbergsbetrieb ab den frühen Neunzigern zur Neuorientierung erst einmal für zwanzig Jahre stillgelegt. Ottilie Deitrich sorgt dafür, dass alles jederzeit reaktivierbar bleibt.

 
Der 2009 verstorbene Hans Deitrich war sich schon früh sicher, dass die 1987 geborene und bereits als Kind am Hotel interessierte Enkelin Ann-Katrin eines Tages übernehmen wird. In der Tat: Anfang der 2010er eröffnet Ann-Katrin Thimm den Betrieb nach zwei Jahrzehnten Stillstand wieder. Alles wird so behutsam wie möglich technisch auf den neuesten Stand gebracht, ohne den Stil der Seventies und das Design anzutasten. Zwar sind beispielsweise die Matratzen neu, aber die Betten selber immer noch einsneunzig lang. Runderneuert, aber weiterhin mit dem Original-Flair ausgestattet, erhält das idyllisch gelegene Parkhotel Odenwald auch seinen heutigen Namen Parkhotel 1970.

Die 500 Quadratmeter Hotelfläche und das Schwimmbad werden wegen ihrer Authentizität gerne als Location für Film- oder Fotoaufnahmen genutzt. Regisseure, die einen Streifen drehen wollen, dessen Story in der schrill-bunten und leicht schrägen Ära der Seventies spielt, werden im Parkhotel 1970 fündig und brauchen keine aufwendige Kulissenreproduktion betreiben.
Die neue Regie im Parkhotel
Seit März 2019 wird das Parkhotel1970 von der neuen Pächterin Otilia Toma weitergeführt. „Ich kenne hier alles aber schon etwas länger. Im Juni 2017 war ich erstmals hier, als ich über meine damalige Tätigkeit in einem anderen Golfclub mit der Familie Deitrich in Kontakt gekommen bin“, erinnert sich Otilia Toma noch sehr gut an ihren ersten Besuch im Parkhotel: „Die Einzigartigkeit des Hauses und der Einrichtung hat mich sofort begeistert.“
Um über die Geschichte des Hauses zu berichten, kann die neue Hotelchefin auf Informationen aus erster Hand zurückgreifen. Otilia Toma lebt mit ihrer Familie und der Gründerin Ottilie Deitrich unter dem Dach des Parkhotels. „Wir verstehen uns wirklich sehr gut. Es gibt so viele Ähnlichkeiten zwischen Frau Deitrich und mir: Ottilie und Otilia, wir haben beide im September Geburtstag, haben beide im November geheiratet, ich am 5. sie am 4. Und wir haben uns beide mit 30 selbständig gemacht. Es ist, als würde sich die Geschichte wiederholen“, erzählt Otilia Toma über ihr Verhältnis zur Gründerin.

Die 1988 Geborene bedauert die 70er nicht live erlebt zu haben. „Ich habe aber immer die Musik aus dieser Zeit gerne gehört. Und vor allem die Mode gefällt mir sehr“, erzählt sie. In der Vergangenheit lebt Otilia Toma deshalb aber nicht. Für das Parkhotel 1970 sieht sie jede Menge Potenzial für die Zukunft. „Wir möchten auf jeden Fall mehr Gäste unter der Woche gewinnen und verschiedene Veranstaltungen überwiegend über die Wintermonaten anbieten“ gibt es bereits viel Konkretes.
Einen besseren Ort für „ABBA - The Tribute Dinner Show“ kann man sich nicht ausdenken. Zudem wird ein „Kriminal-Dinner“ gegeben. „Ab März bieten wir einmal im Monat Frühstück an und zum 50-jährigen Bestehen gibt es am 21. August einen Tag der offenen Tür“, berichtet Otilia Toma. Sie mag es, wenn ihre Gäste sagen, „dass es wie bei der Oma zuhause aussieht“, oder „das hatte meine Mama immer im Wohnzimmer stehen“. Sie freut sich, wenn wie Gäste, die bereits vor langer Zeit schon einmal im Haus waren, jetzt wiederkommen und ihr sagen: „Das Parkhotel war schon damals etwas ganz Besonderes.“
Parkhotel 1970
Hotel Garni & 70er Jahre Event-Location

Inhaberin: Ottilia Toma
Ohrnbachtalstraße 7
64720 Michelstadt-Vielbrunn

Tel.: 0 60 66 - 96 97 996
Fax: 0 60 66 - 248

E-Mail: info@parkhotel-1970.de

Website: www.parkhotel-1970.de

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